Programm

Feb
5
So
2017
Manuel Dospel – unjugendfrei @ CasaNova
Feb 5 @ 19:00
Manuel Dospel - unjugendfrei @ CasaNova | Wien | Wien | Österreich
 Warum gehen Sie ins Kabarett?
Diese Frage beantwortet Manuel Dospel indem er uns in “unjugendfrei” ganz einfach die Dinge des Alltags aus seiner Sicht erzählt. Das eine oder andere könnte jedem schon passiert sein … und ist es wahrscheinlich auch. Und das ist lustig … richtig lustig … Seine “Hitparade der Dinge die mi aufregn” beginnt ganz harmlos bei der Supermarkt Kassa und zieht dann in einem weiten Bogen vorbei an unseren Promis bis hin zu den Granden der Nation – ALLEN geht es an den Kragen, ALLE bekommen ihr Fett ab und KEINER, auch er selbst nicht, wird verschont. Seine Pointen sind unerwartet, direkt und gnadenlos.
Unterstrichen wird seine bodenständige, einfache und authentische Art des Kabaretts durch seinen Auftritt in Lederhose und kariertem Hemd.
Manuel Dospel schwingt das Pointenschwert nicht wie ein Florett, sondern eher wie eine Hiebwaffe. Der abwechslungsreiche und kurzweilige Mix aus Stand-up, Liederparodien und Stimmimitation, macht sein Programm “unjugendfrei” zu einem Erlebnis für jedermann und hat ihm schon folgende Kabarettpreise beschert:

PREISE / AUSZEICHNUNGEN:
– Ennser Kleinkunstkartoffel 2016
– Schmähtterling 2016
– Simmeringer Kulturfleckerlteppich 2016

Jun
11
Di
2019
Lisa Eckhart – Die Vorteile des Lasters @ CasaNova
Jun 11 @ 19:30
Lisa Eckhart - Die Vorteile des Lasters @ CasaNova | Wien | Wien | Österreich

LISA ECKHART – Die Vorteile des Lasters

Es war nicht alles schlecht unter Gott. Gut war zum Beispiel, dass alles schlecht war. Denn alles, was man tat, war Sünde. Wir waren alle gute Christen und hatten einen Heidenspaß. Die Hölle zählte Leistungsgruppen, Ablässe waren das perfekte Last-Minute Geschenk und lasterhaft zu sein noch Kunst. Doch dann starb Gott ganz unerwartet an chronischer Langeweile. Und bei der Testamentsverlesung hieß es, wir wären alle von der Ursünde enterbt. Fortan war kein Mensch mehr schlecht, jedes Laster nunmehr straffrei und die Hölle wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So fand der Spaß ein jähes Ende.

Heute ziehen Eisfirmen, Elektronikgeschäfte und jedes zweite Schlagerlied die sieben Sünden in den Dreck, indem man sie zur heiligen Tugend erklärt. Gott befahl uns zu entsagen, Coca Cola zu genießen. Man hat uns alles erlaubt und somit alles genommen. Polyamorie versaute die Unzucht. All-You-Can-Eat Buffets vergällten die Völlerei. Facebook beschämte die Eitelkeit. Ego-Shooter liquidierten den Jähzorn. Wellnesshotels verweichlichten die Trägheit. Sie alle haben’s schlecht gemeint. Doch schlecht gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von schlecht. Und kein Zweck heiligt das Mittelmaß.

Darum gilt es, die Sünden neu zu erfinden. Wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft ohne den eigenen  Spaß  einzubüßen? Wie  empört  man  seine  Umwelt  ohne  als  Künstler  verleumdet  zu werden? Wie verweigert man sich dem Konsumerismus ohne auf irgendetwas zu verzichten? Wie verachtet man die Unterhaltungsindustrie ohne Adorno schmeichelnd ans Gemächt zu fassen? Wie wird man zum Ketzer einer säkularisierten Welt?

Seien Sie neidisch auf andere, doch anstatt ihnen nachzueifern, ziehen Sie sie auf Ihr Niveau. Seien Sie träge und zeigen Sie Ihrem Partner, wer in der Beziehung die Windeln anhat.

Seien Sie jähzornig und beschimpfen Sie Werner Herzog.

Seien Sie wollüstig und beschränken Sie sich nicht auf die zwei, drei Abgründe Ihres Körpers. Seien Sie eitel und entreißen Sie Ihre Schönheit dem trüben Auge des Betrachters.

Seien Sie geizig und teilen Sie nicht länger brüderlich wie Kain den Schädel seines Bruders. Seien Sie maßlos in allem, nur niemals der Mittelmäßigkeit.